Glasbaustein und Schrankwand

Vom 24. September 2011 bis 23. September 2012 im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim


Das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim präsentiert auf über 400 m2 den tiefgreifenden Wandel im Siedlungsbild sowie in Architektur und Wohnkultur.

alt

Die Sehnsucht nach dem „Neuen Bauen“ und dem „Schöner Wohnen“ ging vielfach auf Kosten der historischen Bausubstanz. Im Verlauf der 1960er und 1970er Jahre verlieren viele Ortskerne immer mehr ihre gewachsene Struktur. Das alte Bauernhaus hat ausgedient – es wird grundlegend umgebaut, steht leer oder muss ganz dem Neuen weichen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Freilichtmuseen Bayerns in den 1960er und 1970er Jahren gegründet werden: Für einige wenige vom Abriss bedrohte Gebäude werden dort gewissermaßen „Reservate“ geschaffen.

Große Panoramafenster und Glasbausteine, Aluminiumhaustüren und Balkone prägen nun das „neue Bauen“ auf dem Land. Aufgewertet werden viele Hausfassaden durch „Kunst am Bau“ – Mosaike, Gemälde oder Drahtbilder mit Motiven einer ländlichen Idylle oder einer heilen familiären Welt. Die wahre Baukunst zeigt sich in der Kirchenarchitektur jener Zeit mit einer in Materialität und Form schier unbegrenzten Vielfalt.

Aber der große Wandel macht nicht an der Fassade halt, er betrifft auch das Innenleben der Häuser. Schrankwände, Phonomöbel und Couchgarnituren – bestellbar aus dem Katalog der boomenden Versandhäuser – halten Einzug in die umgebauten oder neuen Häuser und mischen sich mit der traditionellen Möblierung beziehungsweise verdrängen diese ganz.

Mit Inszenierungen, nachgestellten Wohnräumen sowie zahlreichem Bild-, Film- und Tonmaterial wird die „Umbruchzeit“ in der Ausstellung für den Besucher lebendig.

alt

alt

 
Joomla templates by a4joomla