Der letzte Gaul – der erste Porsche

Vom 9. September 2011 bis 31. Oktober 2012 im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen


Den Schwerpunkt der in Fladungen gezeigten Ausstellungseinheit bildet die Veränderung der ländlichen Arbeits- und Lebenswelt.

Ausgangspunkt sind dabei die Entwicklungen im dörflichen und kleinstädtischen Umfeld im nördlichen Unterfranken. Mechanisierung, Motorisierung und Rationalisierung kennzeichnen den grundlegenden Wandel in den landwirtschaftlichen Betrieben. In der Folge werden Milchseen, Butterberge und Zuckerhalden zum Hauptproblem der Agrarpolitik. Mit den technischen Neuerungen in der Landwirtschaft ändert sich nicht nur die alltägliche Arbeit des Bauern und der Bäuerin, sondern auch die traditionelle Rollenverteilung auf den Höfen.

Althergebrachte ländliche Handwerksberufe wie Wagner, Schmied oder Büttner verschwinden ganz, und ihre handgefertigten Waren werden durch Massenprodukte ersetzt. Nur Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit helfen dem Landhandwerk in den 60er und 70er Jahren zu überleben: Der Büttner spezialisiert sich auf Fenster- und Türenbau, der Schmied wandelt sich zum Metallbauer.

Mit der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur kommt die moderne Warenwelt auch in die Dorfläden oder wird von den boomenden Groß-Versandhändlern Quelle und Neckermann gleich frei Haus geliefert.

Abschließend steht die dörfliche Jugendkultur im Fokus der Ausstellung, die entscheidend durch neue Mobilitätsformen und die Massenmedien beeinflusst wird. Die Dorfjugend bewegt sich fortan zwischen Tradition und Moderne, zwischen Kirchweihtanz und Dorfdisko.


 
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